Ohren reinigen: Ein Zeigefinger zeigt auf das Ohr einer Frau mit braunen Haaren.
AdobeStock/Alessandro Grandini
Symbolbild

Warum Wattestäbchen tabu sind – und welche sicheren Methoden wirklich funktionieren, Schritt für Schritt erklärt.

Viele Menschen meinen, sie müssten ihre Ohren regelmäßig selbst reinigen – häufig mit Wattestäbchen. Doch genau diese Gewohnheit kann mehr schaden als nützen, weil Ohrenschmalz tief in den Gehörgang geschoben und dort verklumpt wird. Erfahren Sie, wie das Ohr eigentlich funktioniert, wann überhaupt eine Reinigung sinnvoll ist und vor allem, wie sie es sicher und effektiv ohne Wattestäbchen machen – mit konkreten Methoden und praktischen Tipps aus dem Apothekenalltag.

Tipps für die Ohren

Wir in Ihrer Muster Apotheke klären häufige Irrtümer, geben evidenzbasierte Ratschläge und zeigen, wann der Gang zum Profi sinnvoll ist. Kommen Sie einfach bei uns in Leipzig vorbei.

Ohrenschmalz: Schutzfunktion statt Schmutzproblem

Ohrenschmalz (medizinisch „Cerumen“) ist eine natürliche, gelblich-braune Substanz, die im äußeren Gehörgang gebildet wird. Es befeuchtet die Haut, fängt Staub und Fremdkörper ein und schützt vor Bakterien, Pilzen oder Insekten. Ohne Schmalz kann der Gehörgang trocken und juckend werden.

Der Körper hat außerdem einen selbstregulierenden Mechanismus: Durch Kieferbewegungen (z. B. Reden, Kauen) wandert Cerumen von innen nach außen – wie ein „Förderband“. Normalerweise fällt es am Gehörgang-Ausgang von selbst ab.

Wattestäbchen & Co. – warum sie schaden

Wattestäbchen, Haarpins, Ohrkerzen oder andere spitze Gegenstände sollten niemals in den Gehörgang eingeführt werden. Statt das Ohr zu reinigen, drücken sie das Cerumen tiefer hinein und verursachen oft einen sogenannten Ohrenschmalzpfropf – mit Symptomen wie Hörminderung, Druckgefühl, Juckreiz oder sogar Ohrenschmerzen. Zudem besteht die Gefahr, das empfindliche Trommelfell zu verletzen.

Auch sogenannte Ohrkerzen – lange, hohle Kerzen, die in den Gehörgang gesteckt und angezündet werden – sind ineffektiv und potenziell gefährlich; ihrer Wirkung fehlt jeglicher wissenschaftlicher Beleg.

Wann ist eine Reinigung sinnvoll?

Nicht jedes Ohr benötigt regelmäßige „Reinigung“. Eine Intervention lohnt sich nur bei:

  • sichtbarem Überschuss am Gehörgang-Eingang
  • Beschwerden wie vermindertem Hören, Druckgefühl, Juckreiz, Ohrenschmerzen
  • wiederholter Neigung zu Cerumenanhäufung (z. B. bei Hörgeräteträgern)

Ohne Beschwerden ist es meist ausreichend, den äußeren Ohrbereich sanft zu säubern und dem Körper die natürliche Ausleitung zu überlassen.

Sichere Methoden ohne Wattestäbchen

Äußere Ohrreinigung

Nur die sichtbare Ohrmuschel und der Bereich hinter dem Ohr reinigen – mit einem weichen, leicht feuchten Tuch nach dem Duschen oder Baden. Nicht in den Gehörgang einführen.

„Sanfte Dusche“ unter der Dusche

Beim Duschen etwas lauwarmes Wasser vorsichtig in das Ohr fließen lassen. Danach Kopf zur Seite neigen, damit Wasser und gelöstes Cerumen abfließen können. Kein Shampoo oder Seife im Gehörgang verwenden.

Ohrentropfen und -sprays zur Cerumenlösung

In der Apotheke erhältliche Tropfen oder Sprays können das Schmalz weich machen und erleichtern das natürliche Herauslösen. Diese basieren meist auf Wasser- oder Öl-Basis und unterstützen die Selbstreinigungsbewegung.

Beispiel-Anwendung: 2-3 Tropfen in das betroffene Ohr geben, 5–10 Minuten einwirken lassen, dann Kopf zur Seite neigen und abfließen lassen.

Wichtig: Nicht bei bestehenden Ohrentzündungen, perforiertem Trommelfell oder nach Ohroperationen ohne ärztliche Freigabe anwenden.

Ohrspülung mit Ballonspritze (optional)

Mit einer weichen Ballonspritze (in Apotheken erhältlich) kann nach Einweichen des Cerumens vorsichtig mit handwarmem Wasser (ca. 37 °C) gespült werden. Das Wasser sollte nie zu heiß oder mit hohem Druck in den Gehörgang gelangen, um Schwindel oder Trommelfellverletzungen zu vermeiden.

Schritte für Schritt:

  1. Einwirkzeit der Tropfen abwarten.
  2. Ballonspritze mit lauwarmem Wasser füllen.
  3. Kopf über Waschbecken zur Seite neigen.
  4. Mehrere sanfte Spülstöße geben.
  5. Wasser abfließen lassen und Ohr gründlich trocken tupfen.

Wann sollte medizinische Hilfe her?

Suchen Sie einen HNO-Arzt oder spezialisierten Profi, wenn:

  • Beschwerden trotz eigener Maßnahmen bestehen
  • Schmerzen, Ausfluss, Blut, Schwindel auftreten
  • Hörverlust oder wiederholte Verstopfungen vorkommen

Eine professionelle Entfernung kann mittels Mikrosaugung, manuellen Instrumenten oder schonender Spülung erfolgen und ist besonders effektiv bei hartnäckigen Pfropfen.

Spezielle Pflege für Kinderohren

Bei Kindern ist es wichtig, übermäßiges Ohrenschmalz rechtzeitig zu erkennen und schonend zu entfernen – aber nicht routinemäßig ohne Anlass. Sonst kann es zu Ohrenschmalzpfropfen und möglicherweise zu Hörproblemen kommen. Auch bei Kindern gilt: Bitte keine Wattestäbchen verwenden. Greifen Sie stattdessen lieber zu speziellen Reinigungssprays für Kinder aus Ihrer Apotheke. Sie enthalten Salzwasser-Lösungen, die das Ohrenschmalz aufweichen, sodass es besser herausfließen kann. Glycerin sorgt zusätzlich für zarte Haut im Gehörgang, denn es beruhigt und befeuchtet gereizte Stellen.

Ohren reinigen kurz & knapp

Unser Körper ist gut darin, seine Ohren selbst zu pflegen – das Ohrenschmalz spielt dabei eine wichtige Schutzrolle. Wattestäbchen und andere spitze Werkzeuge gehören nicht in den Gehörgang und erhöhen das Risiko für Pfropfen, Infektionen oder Verletzungen des Trommelfells. Stattdessen sollten Sie nur die sichtbare Ohrmuschel mit einem weichen Tuch säubern, bei Bedarf lauwarmes Wasser unter der Dusche nutzen oder mit Ohrentropfen/Sprays aus der Apotheke überschüssiges Cerumen weich machen. Bei hartnäckigen Beschwerden oder wiederkehrenden Problemen kann eine sanfte Spülung mit Ballonspritze sinnvoll sein – am besten nach Beratung in Ihrer Muster Apotheke .

Falls Unsicherheit, Schmerzen oder andere Symptome auftreten, beraten wir Sie gerne persönlich oder empfehlen den passenden Facharztbesuch. Damit Ihre Ohren gesund und hörtüchtig bleiben – sicher und ohne Stäbchen!

FAQ: Häufig gestellte Fragen zum Reinigen der Ohren

Muss ich meine Ohren täglich reinigen?

Nein. Die Ohren reinigen sich selbst. Eine tägliche Reinigung kann den natürlichen Schutzfilm entfernen.

Wie oft sollte ich Ohrentropfen nutzen?

Bei Bedarf, z. B. bei gefühltem Überschuss – nicht regelmäßig ohne Anlass und nicht ohne Beratung, wenn Risiken bestehen.

Kann ich auch Öl aus dem Haushalt benutzen?

Manche Öle (z. B. Olivenöl) können Cerumen weich machen, aber Apothekenprodukte sind besser dosiert und geprüft.

Tut eine Ohrspülung weh?

Wenn richtig gemacht: meist nicht. Zu heißes Wasser oder hoher Druck können jedoch unangenehm sein.

Was tun bei Schmerzen oder Ausfluss?

In diesen Fällen nicht selbst reinigen – zeitnah ärztlichen Rat einholen.

Ohrenreinigung für Hörgeräteträger

Sie tragen ein Hörgerät und möchten Ihre Ohren schonend von Ohrenschmalz befreien? Die meisten Reinigungslösungen aus Ihrer Apotheke sind auch für Hörgeräteträger geeignet. Fragen Sie gerne bei uns nach.


Verfasst und geprüft von der APOVENA Fachredaktion in Zusammenarbeit mit der Muster Apotheke in Leipzig . Stand 03/2026. Dieser Artikel ersetzt keine Beratung in einer Arztpraxis oder Apotheke.

Für eine persönliche Beratung kommen Sie einfach bei uns in der Muster Apotheke in Leipzig vorbei. Wir freuen uns auf Ihren Besuch und helfen Ihnen gerne weiter.

Mario Mustermann,

Ihr Apotheker
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  1. 1 Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie die Packungsbeilage und fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.
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  3. 3 Unverbindliche Preisempfehlung des Herstellers (UVP).

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